Presseberichte

Es gab schon einmal vier Frauen


Von Jürg Spielmann, Svend Peternell.
Historischer Wahltag: Dass Spiez von einer Frauenmehrheit regiert wird, ist ein Novum. Die Konstellation von vier Frauen in der Exekutive gab es aber schon einmal vor 27 Jahren. Eine Wahl-Nachbetrachtung der etwas anderen Art.

Das neue Frauenpower-Quartett der Spiezer Exekutive heisst Ursula Zybach (SP), Jolanda Brunner-Zwiebel (SVP), Ursula Erni (EVP) und Monika Lanz (FDP) (siehe gestrige Ausgabe). Dieses Viererteam bildet erstmalig eine Frauenmehrheit in der Spiezer Gemeinderegierung. Ein Novum im Oberland ist es allerdings nicht: Wie Nachfragen bei den vier Statthalterämtern und einigen Gemeindeverwaltungen ergaben, hatte Kandersteg vom 1. Januar 2010 bis 30.Juni 2012 im siebenköpfigen Gemeinderat eine Frauenmehrheit mit Barbara Jost (GR-Präsidentin), Theres Künzi, Maja Luderer und Irene Marti-Bichsel. Weitere Gemeinden mit einer solchen Frauenmehrheit liessen sich bis Redaktionsschluss nicht nachweisen.

Vier Frauen im Jahr 1985
Fest steht aber: In der Gemeinde Spiez gab es schon einmal vier Gemeinderätinnen, die damals aber in einem Neuner-Gremium keine Mehrheit bildeten. Anna Morf, Ruth Widmer, Lia Hürlimann und Susanne Lörtscher waren für die Legislatur 1985 bis 1988 gewählt. Zusammen politisiert haben sie aber nur im Jahre 1985, weil Anna Morf (sie war schon vorher im Amt) Ende 1985 zurücktrat. Im nebenstehenden Bild, das unser Fotograf Markus Hubacher am 2.Oktober 2004 aufnahm, sind die früheren Spiezer Politfrauen zu sehen.

Mutter - Sohn, Vater - Tochter
Ruth Widmer, die vor wenigen Wochen verstorben ist, gehörte in den Achtzigerjahren als Vertreterin des Gemeinderats auch der Baukommission für den Erweiterungsbau Schulhaus Hondrich an. Diese Kommission bestand ebenfalls aus einer – damals sehr seltenen – Frauenmehrheit, wie der damalige junge Architekt und heutige Gemeinderat Christoph Hürlimann (FS), der am Wochenende mit einem ausgezeichneten Resultat gewählt wurde, zu erzählen weiss: «Wir haben mit den Frauen damals sehr erfolgreich und effizient gearbeitet und brachten die Sache schlank durch.» Lia Hürlimann ist im übrigen seine Mutter. Lia Hürlimann war laut Angaben von Gemeindeschreiber Konrad Sigrist von 1981 bis 1992 Gemeinderätin. Sie politisierte auch einige Jahre mit Walter Zybach. Das ist der Vater der eben glanzvoll bestätigten Ursula Zybach. Walter Zybach machte von 1985 bis 1996 drei ganze Legislaturen durch und war in den Jahren 1995/1996 Vizepräsident des Gemeinderates.

Etwas mehr Interesse
Freilich ohne dessen Zutun fällt in jene Epoche die bis dato tiefste Wahlbeteiligung in Spiez. Bei den Gemeindewahlen 1976 (Anfang 1977 löste das Parlament die Gemeindeversammlung ab) pilgerten noch 56,2 Prozent an die Urne. 1996 waren es gerade mal 35,6 Prozent. Seither nimmt das Interesse – wenn auch nur in winzigen Schritten – wieder zu. Am Sonntag lag der Wert bei 38,5 Prozent. Der Präsident des Wahlausschusses, Alt-Gemeinderat Christian Zaugg, sprach von «einem Hoffnungsschimmer» – die Wahlbeteiligung lag um 1,3 Prozent über jener von 2008.

Ein klein bisschen Irritation
Der Grund dafür dürfte eher im erstmaligen Mittun der BDP, als in einem packenden Wahlkampf zu finden sein. Zumal ein Wahlkampf im Sinne des Wortes nicht stattgefunden hat. Für ein klein bisschen Irritation sorgten allenfalls einige wenige Leserbriefe – oder GGR-Wahllisten in «falscher» Farbe. Solche, versehentlich auf gelbem statt grauem Papier gedruckte Listen wurden an die Spiezer EVP ausgeliefert, die sie als Wahlempfehlung versandte. Der spätere Aufruf, nur die offiziellen Listen aus den Wahlunterlagen zu benutzen, wirkte offenbar: Laut dem Wahlausschusspräsidenten ging nur ein einziger gelber EVP-GGR-Wahlzettel ein. «Wir haben geprüft, ob es sich aufs Ergebnis auswirkt, wenn er gezählt wird oder nicht», erklärte Christian Zaugg am frühen Sonntagabend in der Spiezer Burgerstube. Da dieser einzelne Zettel das Resultat nicht beeinflusst hätte, wie Zaugg betonte, sei er nicht gezählt worden. So minimierten die Spiezer das Risiko einer womöglich drohenden Wahlbeschwerde.

Was, wenn die BDP?
Es blieb beim Konjunktiv. So auch bei jener Äusserung, dass allenfalls gar der FDP-Gemeinderatssitz ins Wanken geraten wäre, hätte sich die im GGR gross auftrumpfende BDP auch um ein Mandat im Gemeinderat beworben. Geäussert wurde dies so vom abtretenden FDP-Exekutivmitglied Stefan Kocherhans. Er wird Ende Jahr an Parteikollegin Monika Lanz übergeben können – einem Viertel des geschichtsträchtigen Spiezer Frauenpower-Quartetts.
(Berner Oberländer)

Erstellt: 06.11.2012, 08:32 Uhr

Hauptversammlung 6.2.12

Gewinn erzielt

Einmal im Jahr trifft sich das Spiezer Frauenforum für eine Hauptversammlung. So am vergangenen Montagabend in der Burgerstube. Von den 112 Mitgliedern des Vereins erschienen rund zehn Prozent. Erfreulich war die Bekanntgabe der Jahresrechnung 2011. Rund 7000 Franken Gewinn hat der Verein verbuchen können. Die einzelnen Geschäfte wurden von allen Mitgliedern einstimmig abgesegnet. Auch wurden die Ziele für das kommende Jahr formuliert. Unter anderem die Idee, eine Standaktion anlässlich der Gemeindewahlen zu lancieren. Damit sollen unter anderem Frauen motiviert werden, sich zur Wahl zu stellen und politische Ämter wahrzunehmen. Ein wichtiges Traktandum war auch die Verabschiedung der Vorstandsmitglieder Nadine Burri und Beatrice Heiniger. Übrig bleiben die drei Vorstandskräfte Monika Lanz (Präsidentin), Nadja Keiser-Berwert (Sekretärin) und Silvia Barben (Kassiererin). Die drei Frauen engagieren sich vor allem dafür, neue Nachwuchskräfte für den Vorstand zu finden. Dieser soll sich gemäss der Vereinsstatuten aus fünf Mitgliedern zusammensetzen.mmg>

Hauptversammlung 20.1.2011

Das Frauenforum Spiez brennt auf Sparflamme

Aktualisiert am 22.01.2011

 

Das Frauenforum Spiez hat Mühe, neue Kräfte für den Vorstand zu finden. Zwei Sitze bleiben vakant, aber mit Monika Lanz wurde eine neue Präsidentin gefunden.

 

Theres Indermühle leitete im Regezkeller ihre letzte Hauptversammlung des Frauenforums Spiez (FF). Nur gerade 15 meist politisch engagierte Frauen von aktuell noch 123 Mitgliedern nahmen daran teil. Schon seit längerer Zeit konnten zwei der sieben Sitze im Vorstand nicht besetzt werden. Seit vier Jahren wollte die Präsidentin ihr Amt weitergeben. Es war niemand bereit, dieses zu übernehmen – und es wurde ein Hilferuf in Form einer Umfrage an die Mitglieder versandt: «Wir suchen in den Reihen unserer Mitglieder politisch engagierte und motivierte Frauen, welche möglichst über gute Netzwerkverbindungen in der Gemeinde Spiez verfügen und sich in unserem ehrenamtlichen Vorstand wohl fühlen. Sollten wir niemanden finden, müssen wir an der nächsten Hauptversammlung 2011 die Auflösung des Frauenforums sowie die Verwendung des Vereinsgeldes beschliessen.» Das Echo auf den Brief war bescheiden.  

 

1993 gegründet

Da blutet den Initiantinnen des Frauenforums, die sich 1990 in grosser Euphorie trafen, das Herz. Gerlinde Michel war damals dabei: «Das Amt Niedersimmental hatte bei den Grossratswahlen die 50-Prozent-Frauenquote erreicht», erinnert sie sich. Die Grossrätinnen Verena Kauert und Susanna Knecht waren dabei und wollten ein überparteiliches Forum gründen, um das politische Bewusstsein zu wecken und zu fördern. Eine Gruppe aus Spiez nahm 1991 am Frauenstreik in Bern teil, weil sie auch der Meinung war: «Wenn Frau will, steht alles still.» Die Spiezerinnen wollten helfen, Druck zu machen, damit die Gleichstellung von Mann und Frau umgesetzt würde. «Die Frauen sind zu wenig an der Front», ist Michel überzeugt. Ende September 1993 wurde der Verein Überparteiliches Frauenforum Spiez und Umgebung gegründet und hatte Mitglieder bis Aeschi und Frutigen. Wechselnde Gruppen sollten Anlässe organisieren, um zu lernen, Konzepte zu kreieren und sich in der Öffentlichkeit zu behaupten. «Das klappte damals gut», so Michel.  

 

Neue Präsidentin gefunden

Jetzt scheint der «Pfupf» draussen, die Organisation findet keine neuen Vorstandsmitglieder. Der Vorstand glaubte, nur noch durch ein Wunder könnte der Verein gerettet werden. Theres Indermühle war bei der FF-Gründung dabei, sie ist seit 1995 im Vorstand, seit 2000 Co-Präsidentin und seit 2005 Präsidentin. «Es gibt einen Lichtblick», strahlte Indermühle, politisch beim Freien Spiez engagiert, an der Hauptversammlung. «Ich kann euch eine Nachfolgerin zur Wahl als Präsidentin vorschlagen.» Mit Applaus wählten die Anwesenden Monika Lanz (FDP). Sie war bisher Rechnungsrevisorin und konnte ihr Amt, quasi als Sesseltausch, an Theres Indermühle abgeben. Alle waren erleichtert. Die scheidende Präsidentin wurde mit Dank für ihre Arbeit und einem Geschenk verabschiedet. Im letzten Jahr fand im März ein Wahlpodium mit den Grossratskandidatinnen statt, im September eine Lesung von Monika Dettwiler und im November ein Besuch im Rathaus in Bern. Monika Lanz will beim Verein vorläufig auf Sparflamme kochen. Sie sieht im Jahresprogramm zwei Anlässe vor: ein Podium am 19.September zu den Nationalratswahlen und die Hauptversammlung am 6.Februar 2012 «mit einem politischen Leckerbissen», wie sie geheimnisvoll ankündigte. Ursula Irion, die Kellermeisterin der Spiezer Rebbaugenossenschaft, rundete die Versammlung mit interessanten Ausführungen über die einheimische Weinproduktion ab.

 

Rösi Reichen für den Berner Oberländer

Hauptversammlung 8.2.2010

Das Frauenforum Spiez sucht für den Vorstand neue Gesichter. Am 10. März findet ein Wahlpodium für Frauen statt.

 

Bereits zum 16. Mal lud der Vorstand des Frauenforums Spiez am Montagabend zur Hauptversammlung. Nur ein gutes Dutzend der 126 Mitglieder erschien im Dorfhus, was von der Präsidentin Theres Indermühle etwas bedauert wurde. Insbesondere weil in einer 2008 durchgeführten Umfrage viele Frauen den Montagabend als ihren bevorzugten Termin angegeben hatten.

 

Gespräch mit Ursula Haller Nach einer kurzen Begrüssung durch die Präsidentin wurden die Traktandenliste und das Protokoll der Hauptversammlung 2009 von den Anwesenden einstimmig genehmigt. Anschliessend blickte Theres Indermühle in ihrem Jahresbericht auf die Aktivitäten von 2009 zurück. So organisiert das Frauenforum unter anderem einen Ausflug nach Bern ins Bundeshaus. Die 35 Teilnehmer verfolgten die Arbeit des Nationalrats und hatten die Gelegenheit, sich mit der Thuner Nationalrätin Ursula Haller zu unterhalten. Wie jedes Jahr führte das Frauenforum auch 2009 gemeinsam mit der Bibliothek eine Lesung durch. Präsidentin Indermühle freute sich, dass das Frauenforum vor kurzem endlich eine eigene Website aufschalten konnte. Auf www.frauenforum-spiez.ch können sich Interessierte ab sofort über das Forum informieren und auf dem Laufenden halten. Der Internetauftritt verursachte auch die höchsten Auslagen des Vereins im letzten Jahr, wie aus der Jahresrechnung 2009 zu erfahren war. Es konnte ein kleiner Gewinn erzielt werden, und das Vereinsvermögen beträgt nun 6770.55 Franken.

 

Podium zu den Wahlen Im kommenden Jahr organisiert das Frauenforum wiederum drei Anlässe: Am 10.März findet ein Wahlpodium für Frauen zu den Grossratswahlen statt. Acht Kandidatinnen aus dem Wahlkreis, eine pro Partei, stellen sich den Fragen der Redaktorin Ruth Oehrli. Am 2.September liest Monika Dettwiler in der Bibliothek aus ihrem Buch «Meerfeuer», und am 25. November will man das Berner Rathaus besuchen, um von der Tribüne aus eine Stadtratssitzung mitzuerleben. Zum Schluss gab Theres Indermühle noch bekannt, ihr Amt als Präsidentin nächstes Jahr abgeben zu wollen. Sie forderte die Frauen auf, sich intensiv nach einer Nachfolgerin und weiteren möglichen Vorstandsmitgliedern umzusehen, denn «eigentlich ist der Vorstand mit uns fünf momentan schon unterbesetzt». Vor allem bürgerliche Frauen fehlten.

 

Berner Oberländer vom 10. Februar 2010, ms

Das Frauenforum Spiez sucht für den Vorstand neue Gesichter.

 

Am 10.März findet ein Wahlpodium für Frauen statt.

 

Bereits zum 16. Mal lud der Vorstand des Frauenforums Spiez am Montagabend zur Hauptversammlung. Nur ein gutes Dutzend der 126 Mitglieder erschien im Dorfhus, was von der Präsidentin Theres Indermühle etwas bedauert wurde. Insbesondere weil in einer 2008 durchgeführten Umfrage viele Frauen den Montagabend als ihren bevorzugten Termin angegeben hatten.

 

Gespräch mit Ursula Haller Nach einer kurzen Begrüssung durch die Präsidentin wurden die Traktandenliste und das Protokoll der Hauptversammlung 2009 von den Anwesenden einstimmig genehmigt. Anschliessend blickte Theres Indermühle in ihrem Jahresbericht auf die Aktivitäten von 2009 zurück. So organisiert das Frauenforum unter anderem einen Ausflug nach Bern ins Bundeshaus. Die 35 Teilnehmer verfolgten die Arbeit des Nationalrats und hatten die Gelegenheit, sich mit der Thuner Nationalrätin Ursula Haller zu unterhalten. Wie jedes Jahr führte das Frauenforum auch 2009 gemeinsam mit der Bibliothek eine Lesung durch. Präsidentin Indermühle freute sich, dass das Frauenforum vor kurzem endlich eine eigene Website aufschalten konnte. Auf www.frauenforum-spiez.ch können sich Interessierte ab sofort über das Forum informieren und auf dem Laufenden halten. Der Internetauftritt verursachte auch die höchsten Auslagen des Vereins im letzten Jahr, wie aus der Jahresrechnung 2009 zu erfahren war. Es konnte ein kleiner Gewinn erzielt werden, und das Vereinsvermögen beträgt nun 6770.55 Franken.

 

Podium zu den Wahlen Im kommenden Jahr organisiert das Frauenforum wiederum drei Anlässe: Am 10.März findet ein Wahlpodium für Frauen zu den Grossratswahlen statt. Acht Kandidatinnen aus dem Wahlkreis, eine pro Partei, stellen sich den Fragen der Redaktorin Ruth Oehrli. Am 2.September liest Monika Dettwiler in der Bibliothek aus ihrem Buch «Meerfeuer», und am 25. November will man das Berner Rathaus besuchen, um von der Tribüne aus eine Stadtratssitzung mitzuerleben. Zum Schluss gab Theres Indermühle noch bekannt, ihr Amt als Präsidentin nächstes Jahr abgeben zu wollen. Sie forderte die Frauen auf, sich intensiv nach einer Nachfolgerin und weiteren möglichen Vorstandsmitgliedern umzusehen, denn «eigentlich ist der Vorstand mit uns fünf momentan schon unterbesetzt». Vor allem bürgerliche Frauen fehlten.

 

Berner Zeitung, Oberland West

Wahlpodium 10.3.2010 - Acht Frauen und ein einziges Ziel

Beim Frauenforum Spiez diskutierten acht Grossratskandidatinnen aus acht Parteien. Das Thema: «Frauen ins Rathaus». 

 

Welches sind die grössten Probleme des Kantons und welches die grössten Herausforderungen? Darüber diskutierten acht Politikerinnen aus dem Berner Oberland im Lötschbergzentrum Spiez. Mit einem kleinen Wettbewerb schaffte die Moderatorin, BO-Redaktorin Ruth Oehrli, eine lockere Stimmung. So wollte sie unter anderem wissen, wie viele Sitze das Kantonsparlament hat oder wann die erste Session nach den Wahlen beginnt.

 

Das grösste Problem

Die meisten der Kandidatinnen bezeichneten die Finanzen des Kantons als grösstes Problem und fanden die Steuern zu hoch. Für Christine Baumann (FDP), Adelboden, hat eine Steuersenkung in den nächsten Jahren keine Priorität. «Ich möchte den ÖV, den wir in unserm Tal brauchen, garantiert haben. Natürlich ist es ein Riesenproblem, dass der Kanton Bern mit seinen hohen Steuern gegenüber anderen Kantonen nicht konkurrenzfä-hig ist», äusserte sie sich. «Man muss sich auch bewusst sein, dass wir bei einer Steuersenkung unsere Ansprüche senken müssen», fügte Anita Luginbühl (BDP), Krattigen, an. Dafür befürwortete Louise Bamert (GLP), Spiez, die Abschaffung der Pauschalsteuer für reiche Ausländer. Die sei undemokratisch. Als besonders wichtig bezeichnete Ursula Zybach (SP), Spiez, die Bildung, bei der keinesfalls gespart werden dürfte. Die Migranten möchte sie dabei nicht ausgrenzen, aber mit ihnen andere Wege gehen. «Wir dürfen unser gutes Niveau der Schüler mit deutscher Muttersprache nicht herabsetzen», sagte sie. Von Jolanda Brunner (SVP), Spiez, erhielt sie Schützenhilfe: «Die individuelle Förderung ist eine grosse Aufgabe. Auch die Eltern anderssprachiger Schüler müssen miteinbe-zogen werden.»

 

Keine totale Sicherheit

Auch beim Thema Kameraüberwachung waren sich die Politikerinnen nicht ganz einig. «Wir können uns noch relativ frei bewegen, und totale Sicherheit gibt es auch mit Kameraüberwachung nicht», äusserte sich Anna Katharina Studer (Grüne), Spiez. Jolanda Brunner fände Videoüberwachung als Prävention positiv. «Wir müssen zur sozialen Sicherheit Sorge tragen, damit der Graben zwischen Arm und Reich nicht zu tief wird und es keiner Übergriffe fürs tägliche Leben bedarf», war der Rat von Ursula Erni (EVP), Spiez. Franziska von Siebenthal (EDU) wünschte sich mehr Präsenz der Kantonspolizei und Schnellgerichte für Hooligans, ist aber gegen die Aufstockung der Finanzen für öffentliche Sicherheit. Diskutiert wurden unter andern auch Gebäudeenergieausweis, Sanierungspflicht, Fusionszwang der Gemeinden und ob mit 100 Millionen Franken Schulden abgebaut oder investiert werden soll. «Vielleicht bekommt Ihr ja bald die Möglichkeit, Euch für Eure Meinungen einzusetzen», schloss Moderatorin Ruth Oehrli die Runde.

 

Berner Oberländer Zeitung vom 12.3.2010, Verena Holzer

 

Hauptversammlung 14.2.2009

 

Frauen engagieren sich weiterhin

Auf Grund einer Umfrage soll das Frauenforum Spiez rein politisch bleiben und mit zwei bis drei Veranstaltungen jährlich mehr Mitgliedern die Teilnahme ermöglichen. Zwei von sieben Vorstandssitzen konnten nicht besetzt werden.

 

Klein war die Gruppe der Frauen im Hotel Eden: Da von der gleichen Zielgruppe einige bei der Schule (Elternrat) engagiert waren, war es ihnen nicht möglich, gleichzeitig an der Hauptversammlung des Frauenforums teilzunehmen. Auch machte die Grippewelle vor Spiez nicht Halt. Positiv wurde gewertet, dass sich bei 127 Mitgliedern die Aus- und Eintritte die Waage halten. Der Vorstand verzeichnet zwei Vakanzen. Aus zeitlichen Gründen stellte Margrit Iseli (EDU) ihr Amt zur Verfügung. Das Fünferteam hofft, in absehbarer Zeit die zwei vakanten Plätze besetzen zu können und appellierte an die Versammlung, Frauen für diese Tätigkeit zu motivieren.

 

Rein politisch bleiben

«Wir haben die Fragebogen an unsere 127 Mitglieder zu einem ungünstigen Zeitpunkt versandt», bedauerte Präsidentin Theres Indermühle. Bei einer 24-prozentigen Beteiligung lagen 19 Fragebogen zur Auswertung vor. «Das Frauenforum soll politisch bleiben. Die vielfältigen Veranstaltungen interessieren zwar, können aber oft wegen Terminkollisionen nicht besucht werden», so lauteten viele Antworten. «Gründungsmotiv war einst, ein Netzwerk unter Frauen zu schaffen», war aus der Versammlung zu hören. «Wir wollen uns im Vorstand weiterhin bemühen, diese Zielgruppe zu unterstützen», bestätigten die Vorsitzenden. Deutlich zum Ausdruck kam, dass zwei bis drei Anlässe pro Jahr genügen und diese montags um 19.30 Uhr angesetzt werden sollten.

 

Spontan demonstriert

Der Jahresbericht der Präsidentin ging auf die Aktivitäten des Frauenforums Spiez ein. Die Anlässe führten vom Rundgang in Spiez zum Thema Frauenschicksale mit Eva Frei bis zum Frauenfussballabend mit Schiedsrichter Leuthold. Gemeinsam mit der Bibliothek Spiez fand die Lesung mit Regula Stämpfli zu ihrem neuen Buch «Die Macht des Friseurs» statt. Spontan wurde ausser Programm an der Solidaritätskundgebung in Bern für Eveline Widmer-Schlumpf teilgenommen. Zusammen mit der Alterskommission Spiez fand ein zusätzliches Wahlpodium mit Zielpublikum Seniorinnen und Senioren statt. An der Standaktion für die Spiezer Gemeindewahlen beteiligten sich 15 von 47 Kandidatinnen.

 

Kommende Anlässe

Das Frauenforum lädt 2009 zu drei Anlässen ein: am 11.März Besuch im neu renovierten Bundeshaus; am 13.Mai (gemeinsam mit der Bibliothek Spiez) Lesung aus Frauenpers-pektiven mit Elisabeth Kästli «vom Mont Soleil zur Blüemlisalp»; am 2.November Proud Mary, schweizweit die erste und einzige Kommunikationsagentur, die ihren Fokus vollumfänglich auf Konsumentinnen richtet.

 

Ein «drittes Leben»

Im Anschluss an die Hauptversammlung gab Lisbeth Mathys, die Besitzerin des «Eden», Einblick in ihr «drittes Leben». Sie erzählte, wie sie sich nach dem Tod ihres Mannes den Traum erfüllte, ein Hotel für Alleinreisende zu verwirklichen. Auf einem Rundgang durch das Hotel Eden bot sie Eindrücke in Farb- und Raumgestaltung der Zimmer mit speziellen Möbeln aus Italien und Frankreich – kein Zimmer sieht gleich aus wie das andere. Das Bauen und Einrichten wurde zu Mathys-Siebers Hobby. Architekten und Handwerker respektierten und unterstützten sie dabei.

 

Auch heute ist die tüchtige Geschäftsfrau nicht müde: Bei ihrem Hotel ist eine Grossbaustelle zu sehen. Im Neubau sollen dereinst im Winter 2010 Tagungen und Anlässe jeglicher Art stattfinden.

 

Berner Zeitung; 14.02.2009; Seite 34
Berner Oberländer oberland west
Heidy Mumenthaler